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DEUTSCHE GESCHICHTE
Der Text dieser Seite ist dem Nachschlagebuch "Tatsachen über Deutschland" entnommen. Herausgegeben vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Societäts-Verlag, Frankfurt/Main, 1998. Redaktion: Dr. Arno Kappler. Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt des ganzen Nachschlagebuches ist abrufbar im Internet unter: http://www.government.de/

Zeitalter der Französischen Revolution

Der Stoß, der das Gebäude des Reiches zum Einsturz brachte, kam von Westen. 1789 brach in Frankreich die Revolution aus. Unter dem Druck des Bürgertums wurde die seit dem Frühmittelalter bestehende feudale Gesellschaftsordnung beseitigt. Gewaltenteilung und Menschenrechte sollten die Freiheit und Gleichheit aller Bürger sichern. Der Versuch Preußens und Österreichs, mit Waffengewalt in die Verhältnisse im Nachbarland einzugreifen, scheiterte kläglich und führte zum Gegenstoß der Revolutionsarmeen.

Unter dem Ansturm der Heere Napoleons, der in Frankreich das Erbe der Revolution antrat, brach das Reich endgültig zusammen. Frankreich nahm sich das linke Rheinufer. Um die bisherigen Herren dieser Gebiete für ihren Verlust zu entschädigen, fand eine riesige „Flurbereinigung” auf Kosten der kleineren und besonders der geistlichen Fürstentümer statt: Durch den „Reichsdeputationshauptschluß” von 1803 wechselten rund vier Millionen Untertanen den Landesherrn.

Die Mittelstaaten waren die Gewinner. Die meisten von ihnen schlössen sich 1806 unter französischem Protektorat zum „Rheinbund” zusammen. Im gleichen Jahr legte Kaiser Franz II. die Krone nieder; damit endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Die Französische Revolution griff nicht auf Deutschland über. Zwar hatten auch hier schon in den vorangegangenen Jahren immer wieder einzelne Persönlichkeiten die Grenzen zwischen Adel und Bürgertum zu überwinden gesucht, begrüßten auch bedeutende Köpfe den Umsturz im Westen als Beginn einer neuen Zeit. Aber der Funke konnte schon deshalb schlecht überspringen, weil im Gegensatz zum zentralistisch orientierten Frankreich die föderalistische Struktur des Reiches eine Ausbreitung neuer Ideen behinderte. Hinzu kam, daß gerade das Mutterland der Revolution, Frankreich, den Deutschen als Gegner und Besatzungsmacht gegenübertrat.

Aus dem Kampf gegen Napoleon erwuchs vielmehr eine neue nationale Bewegung, die schließlich in den Befreiungskriegen gipfelte. Deutschland blieb von den Kräften des gesellschaftlichen Wandels nicht unberührt.

Zunächst wurden in den Rheinbundesstaaten, dann in Preußen (dort verbunden mit Namen wie Stein, Hardenberg, Scharnhorst, W. von Humboldt) Reformen eingeleitet, die feudale Schranken endlich abbauen und eine freie, verantwortungs-tragende bürgerliche Gesellschaft schaffen sollten: Aufhebung der Leibeigenschaft, Gewerbefreiheit, städtische Selbstverwaltung, Gleichheit vor dem Gesetz, allgemeine Wehrpflicht.

Allerdings blieben viele Reformansätze auf halbem Wege stecken. Die Teilnahme an der Gesetzgebung blieb den Bürgern meist noch verwehrt. Nur zögernd gewährten einige Fürsten, vor allem in Süddeutschland, ihren Staaten Verfassungen.

Der Deutsche Bund

Nach dem Sieg über Napoleon regelte der Wiener Kongreß 1814/15 die Neuordnung Europas. Die Hoffnungen vieler Deutscher auf einen freien, einheitlichen Nationalstaat wurden nicht erfüllt.

Der Deutsche Bund, der an die Stelle des alten Reiches trat, war ein loser Zusammenschluß der souveränen Einzelstaaten. Einziges Organ war der Bundestag in Frankfurt, kein gewähltes Parlament, sondern ein Gesandtenkongreß.

Handlungsfähig war der Bund nur, wenn die beiden Großmächte Preußen und Osterreich übereinstimmten. Seine Hauptaufgabe sah er in den folgenden Jahrzehnten in der Niederhaltung aller auf Einheit und Freiheit gerichteten Bestrebungen. Presse und Publizistik unterlagen einer scharfen Zensur, die Universitäten wurden überwacht, eine politische Betätigung war so gut wie unmöglich.

Inzwischen hatte eine moderne wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt, die diesen reaktionären Tendenzen entgegenwirkte. 1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet und damit ein einheitlicher Binnenmarkt geschaffen.

1835 wurde die erste deutsche Eisenbahnstrecke betrieben. Die Industrialisierung nahm ihren Anfang. Mit den Fabriken entstand die neue Klasse der Fabrikarbeiter. Sie fanden in der Industrie zunächst bessere Verdienstmöglichkeiten, aber das rapide Bevölkerungswachstum führte bald zu einem Überangebot an Arbeitskräften.

Da zudem jede Sozialgesetzgebung fehlte, lebte die Masse der Fabrikarbeiter in großem Elend. Spannungen entluden sich gewaltsam wie etwa 1844 beim Aufstand der schlesischen Weber, der von preußischem Militär niedergeschlagen wurde. Nur zögernd konnten sich erste Ansätze einer Arbeiterbewegung formieren.