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Journalismus

BEITRÄGE
Einige Beiträge von deutschen, russischen, amerikanischen usw. MedienrepräsentantInnen, ForscherInnen über Journalistik, Massenmedien, Pressefreiheit und Journalismus überhaupt.

Harald Heuer
Stellv. Leiter Journalistenschule Ruhr
Projektleiter ZEUS - Zeitung und Schule


Verständlich schreiben

Da der "normale" Leser seiner regionalen Tageszeitung im Durchschnitt nur 35 Minuten Beachtung schenkt, müssen die Artikel so verständlich wie möglich geschrieben sein.

Dies geschieht zum einen, wie oben erwähnt, durch eine logische Gliederung des Textes, andererseits durch einen klaren, einfachen Satzbau und eine möglichst präzise Sprache.

Mit Fakten überladene, endlos verschachtelte Bandwurm-Sätze verursachen Unwohlsein. Das andere Extrem, nämlich viele aneinandergereihte Minimalsätze - Subjekt, Prädikat, Objekt - verbreitet Verstimmung. Wie so häufig kommt es auf die gesunde Mischung an:
  • Satzlänge
    Die Satzlänge soll in der Regel 20 Wörter nicht überschreiten.
  • Satzvariationen
    Die Satzlängen sollen unterschiedlich sein. Mehrere kurze Sätze - Hauptsätze - können die Spannung erhöhen, wirken aber als durchgängiges Stilelement (Boulevardstil) unglaubwürdig und ermüdend.
  • Satztransparenz
    Der Satz darf nicht mit Fakten überfrachtet sein. Es soll übersichtlich in der Folge der Wörter und Gedanken sein. In der Regel steht die Hauptsache im Hauptsatz und die Nebensache im Nebensatz. 
  • Satzverknüpfungen
    In der kurzen Nachricht läßt es sich gelegentlich nicht vermeiden, daß Sätze isoliert, ohne eine innere Verknüpfung, nebeneinander stehen. Im Bericht, zwingend in der Reportage, müssen im gesamten Text Sätze und Inhalte miteinander in Beziehung gesetzt werden.
  • Aktivsätze
    Wenn Passivsätze ins Aktive übersetzt werden können, erhöht das die Lebendigkeit des Textes.
  • Absätze
    Die Textgliederung durch Absätze und Zwischenüberschriften erleichtert das Verstehen des Textes.
Die Sprache in Zeitungsartikeln unterscheidet sich zwangsläufig je nach gewählter journalistischer Stilform und der anzusprechenden Zielgruppe. Darüber hinaus hat jeder Journalist auch seinen persönlichen Schreibstil und Wortschatz. Das macht Zeitungen so vielfältig, lebendig und spannend.

Als Fundament sollten im Nachrichtenjournalismus aber immer folgende fünf Kriterien der Nachrichtensprache berücksichtigt werden:

  • Direktheit
  • Kürze
  • Prägnanz
  • Einfachheit
  • Klarheit

Darauf baut die Nachricht genauso wie die Reportage auf. Diese Grundsätze gelten mit all den Variationsmöglichkeiten für die Jugend- wie für die Wirtschaftsseite, sei es bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder bei der Westfälischen Rundschau.

Ohne "Schreibrezepte" liefern zu wollen, sind einige zusätzliche Hinweise bei der Formulierung hilfreich, um die Verständlichkeit des Textes zu erhöhen.

Zu vermeiden:

  • sind "schiefe" Bilder, Beispiel: "Das haut dem Faß die Krone aus."
  • ist die Amtssprache, Beispiel: "Nach der Anhörung erging die Anfrage an die Funktionsträger."
  • ist die Expertensprache, Beispiel: "Der methodische und didaktische Aufbau des Unterrichts spiegelte die soziale Relevanz des Themas wider."
  • sind phrasenhafte Ausdrücke, Beispiel: "die weiße Pracht, breite Öffentlichkeit."
  • sind Abkürzungen. Sie müssen zumindest einmal im Text erklärt werden, Beispiel: SV (Schülervertretung), RP (Regierungspräsident).

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