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BEITRÄGE AUF DEUTSCH
Einige Artikel vom Autor, die in verschiedenen Medien veröffentlicht sind

14-02-2002 © Moskauer Deutsche Zeitung

Ein Maestro hat sich in die Domstadt verschossen

Ungewöhnliche Fotoausstellung in Kasan: "Köln: Love Story"

"… Solch eine Inspiration habe ich schon seit langem nicht empfunden", sagt Farit Gubajew. Der tatarische Fotokünstler strahlt pure Energie aus, seine Augen glänzen wie die eines Jungen, der seine Jugendliebe getroffen hat. Dabei bescherte ihm das vergangene Jahr bereits einige graue Haare und noch viel mehr – er machte seine erste Bekanntschaft mit Deutschland, mit der Stadt Köln. Der erste Morgen in dieser alten Stadt umhüllte ihn in einen Nebel der Ruhe, erinnert sich der 50-Jährige. Diese Ruhe hat seine Seele sogar später, als die Stadt schon aufgewacht war, nicht mehr verlassen.

Tatarischer Fotokuenstlert Farit Gubajew und seine Bildreihe "Koeln: love story"

"Ich war durchaus nicht zum ersten Mal im Ausland, aber nach Paris schien mich einfach keine Stadt zu begeistern. Ich hatte Deutschland noch nicht besucht und wollte einfach nur meine geografischen Kenntnisse erweitern …"

Gubajew fotografiert bereits von sieben Jahren alt an. Er ist Art-Direktor des Kasaner Foto-Hauses, einer Art Kunstverein der örtlichen Fotografen. Durch seine Initiative sind bereits im Kasan der 70er Jahre die ersten "inoffiziösen" qualitativen Fotoausstellungen veranstaltet worden: Ohne Sekretäre an Rednerpulten, ohne Spitzenarbeiter an Werkzeugmaschinen, ohne roten Fahnen mit Lenins Profil. Es waren ganz menschliche und natürliche Bilder, die ihm Anerkennung des Publikums schenkten.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden seine Werke in Spanien, Frankreich, Holland und in den USA hoch geschätzt. Internationale Ausstellungen fanden in Coburg (Kanada), Warna (Bulgarien), Nida (Litauen), Moskau und Sankt Petersburg statt.
"Köln: Love Story" heißt nun das Ergebnis seiner Bekanntschaft mit der Stadt im Rheinland. Gubajew hat Ende Januar in seiner deutschen Fotoreihe 100 ganz neue Bilder in Farbe und Schwarzweiß im Journalisten-Haus in Kasan vorgestellt. Der Künstler plant, diese Werke auch in Moskau und vielleicht sogar in Deutschland zu präsentieren.

"Diese Veranstaltung ist durchaus kein Selbstzweck“, meint Farit. „Das ist mein Versuch, noch eine Brücke über den Rhein zu bauen – vom Rhein-Ufer zum Wolga-Ufer, durch die ganze Vielfalt von Kunst und Kultur."

Die Ausstellungseröffnung wurde mit schönen Gedichten auf Deutsch und Russisch untermalt, die die optimale Begleitung zu den mal weichen, mal strengen Vorder- und Hintergründen der Bilder waren. Und gelegentlich haben die aufmerksamen Betrachter unter den Rauchsilhouetten der alten Stadt eine und dieselbe weibliche Figur entdeckt. Immer wieder "cherchez la femme!".
"Nein, nein", lächelt Farit. "Köln ist meine Love Story…"

Bild: Farit Gubajew.
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