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Einige Artikel vom Autor, die in verschiedenen Medien veröffentlicht sind

06-12-2001 © Moskauer Deutsche Zeitung

Deutsche Kulturinsel in Kasan

Nach Herzenslust in deutschsprachigen Büchern und Zeitschriften stöbern können die Bewohner Kasans seit Mitte November. In der Hauptstadt der Republik Tatarstan wurde ein deutscher Lesesaal in der Nationalbibliothek eröffnet. Unterstützt wird das Projekt vom Goethe-Institut Inter Nationes und der Deutschen Botschaft in Moskau sowie dem Kulturministerium der Republik Tatarstan.

Die Kasaner können nun auf zahlreiche Informationen über Deutschland, seine Kultur und Geschichte zurückgreifen: 1500 Nachschlagewerke, schöngeistige Literatur und Fachbücher, 25 Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements, 250 Video- und Audiokassetten mit deutscher Musik, Sprachübungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme finden die Deutschfreunde vor. Ein Schwerpunkt ist die Literatur des 20. Jahrhunderts. Geplant sind künftig auch Computer mit Lernprogrammen, so Wolfgang Meissner, Leiter des Moskauer Goethe-Instituts Inter Nationes.

Nach dem amerikanischen Lesesaal, der im Marz dieses Jahres eröffnet wurde, hat das deutsche Pendant eine besondere Bedeutung für die Kasaner, so der Abgeordnete des Staatsrats der Republik Tatarstan Rasil Walejew. Die Stadt an der Wolga ist seit langem eng mit der deutschen Kultur und Wissenschaft verbunden. Hier lebten und arbeiteten Fuchs, Barthels, Müffke, und Humboldt stieg hier während seiner Reise nach Sibirien für eine Woche ab. Die Staatliche Universität ist eine der ältesten in Russland, hier lehrten deutsche Professoren und hinterließen ihre methodischen und konzeptionellen Spuren.

Der Lesesaal ist nun eine weitere deutsche Kulturinsel in Kasan. Zum ganzen Archipel gehören bereits das erfolgreiche Zentrum für deutsche Kultur, eine Außenstelle des DAAD, eine Niederlassung der Robert-Bosch-Stiftung, das Goethe-Institut Inter Nationes und weitere Einrichtungen. „Trotz aller schrecklichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben wir niemals den großen kulturellen Respekt voreinander verloren. Das ist eine solide Basis, auf der wir jetzt weiter arbeiten können“, so Albert Conze, Leiter der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft in Moskau.

Deutsch ist die am zweithäufigsten gelernte Fremdsprache in den EU-Ländern sowie den Staaten Mittel- und Osteuropas: 145 Millionen Menschen konjugieren deutsche Verben, davon vier Millionen in Russland. Doch nicht in allen russischen Regionen haben die Sprachfans die Moglichkeit, auf Belletristik oder Sachbücher in der Fremdsprache zurückzugreifen. Deswegen ist es ein wahrer Festtag für die tatarische und russische Intelligenz, dass ein deutscher Lesesaal in Kasan eröffnet wird, sagt Tatarstans Kulturminister Ildus Tarchanow.

zum Original bei MDZ >>>